Stanowisko (de)

Brot statt Spiele!

Im Juni und Juli 2012 wird Polen Gastgeber der Europameisterschaft sein. Die Organisation der Meisterschaft wurde uns als Entwicklungsmöglichkeit für polnische Städte verkauft. Die Autoritäten versuchen uns zu überzeugen, dass aufgrund der Euro2012 kleine Geschäfte, Infrastruktur, Tourismus und Sport sich entwickeln würden, und Polen internationalen Respekt gewinnen würde.

Die Segen der Europameisterschaft wurden mit denen des Marshall-Plan in der Nachkriegszeit verglichen. Solche Nachricht, die auch durch die Medien verbreitet wurden, gebrauchte man, um gesellschaftlichen Rückhalt zu bekommen und die wahren Kosten zu verdecken.

Heute wissen wir, dass die Einwohner der Städte für dieses „Sportspektakel“ bezahlen werden.

Die Städte, die in dieses Turnier investiert haben, sind bereits am Rande des Bankrotts. Die Schulden, verbunden mit der Euro2012, haben Milliarden von Euro angehäuft. Die geschätzten Summen, die für dieses Turnier ausgegeben werden, belaufen sich auf 25 Milliarden Euro. Das Geld, das für das Stadion in Poznań ausgegeben wurde-190 Millionen Euro- könnten die Kosten für 6000 fehlende Stellen in öffentlichen Kindertagesstätten decken.

Die Vorbereitungen für die Euro 2012 verlangen außerordentliche Ausgaben. Diese werden nicht durch ausländische Touristen oder Investoren wieder ausgeglichen. WirtschaftswissenschatlerInnen von bedeutenden polnischen Schulen haben berechnet, dass die Organisation der Europameisterschaft 7 Milliarden Euro zu Polens BSP beitragen wird bis 2020. Das ist nur ein Drittel der Gesamtkosten des ganzen Projekts- was ist mit den anderen Milliarden.

Die kommende soziale Krise stammt nicht nur von den Ausgaben für die Euro 2012. Die Krise ist ein Resultat der antisozialen Politik seit der Umwandlung 1989. Nichtsdestoweniger zeigt die Organisation des Turniers die Heucheleiv der Autoritäten und die Prioritäten denen sie folgen.

Während Milliarden für die Fußballmeisterschaft ausgegeben werden, werden Kürzungen bei Ausgaben, die notwendig sind, um den grundlegenden sozialen Bedarf zu decken, überall in Polen eingeführt. Kindergärten, Schulen und Kulturzentren werden geschlossen, die Beiträge für Kindertagesstätten, öffentliche Verkehrsmittel und städtische Wohnungen werden erhöht. Krankenhäuser, Gesundheitszentren und Fabriken werden privatisiert oder geschlossen. Es gibt keine Finanzierung für Maßnahmen gegen die steigende Arbeitslosigkeit. Die Preise für Essen, Gas, Öl, Strom, Wasser und Medizin sind deutlich gestiegen. Die Regierung erhöhte das Rentenalter, währen die Ausgaben für die Behandlung von Senioren sinken.

Die steigenden Lebenshaltungskosten fallen zusammen mit der tiefer werdenden Wohnungskrise. Um die grundlegenden Bedürfnisse der polnischen Bürger zu decken, müssten über 1,2 Millionen Wohnungen gebaut werden. So eine Nachfrage erzeugt sehr hohe Eigentumspreise. Unterdessen verkaufen lokale Behörden mehr kommunal Wohnungen als sie bauen und kündigen gleichzeitig vielen Menschen. Sie kündigen Müttern mit Kindern, Behinderten und Rentnern unter anderem. Die müssen dann jahrelang auf städtische Wohnungen warten. Der dramatische Mangel an billigen Wohnungen und die vielen Kündigungen sind nur ein Teil der sozialen Kosten, die aus den enormen Schulden der polnischen Städte resultieren.

Die Institution, die am Meisten bei der Euro 2012 verdienen wird ist die UEFA, die dank dem mit der polnischen Regierung unterschriebenen Vertrag keine Steuern zahlen muss, eingeschlossen VAT und CIT und lokaler Steuern und Zoll!

Es stellt sich heraus, dass die Meisterschaft, für die wir alle zahlen, Profit für die Eliten erwirtschaftet. Speziell die Frauen in Polen werden die Kosten tragen. Es sind die Frauen, die normalerweise als erstes gefeuert werden, die weniger Geld verdienen als die Männer und unter prekären Arbeitsverhältnissen arbeiten. Sie sind oft verdammt zu Hunger, „ Sozialleistungen“ und Langzeitarbeitslosigkeit. Darüber hinaus treffen Budgetkürzungen und Privatisierung hauptsächlich öffentliche und Pflegeeinrichtungen, wo Frauen arbeiten und von denen sie abhängen. Begrenzter Zugang zu Pflege- und Bildungsdienstleistungen sowie zu kommunalen Wohnungen, steigende Preise für Strom, Essen und Transport bedeutet für Frauen mehr Arbeit zu Hause und außerhalb.

Jedoch hängtdie gesamte Gesellschaft von der Zugänglichkeit und Qualität der Erziehungseinrichtungen ab. Aber für einen Staat oder eine Stadt, die wie eine Firma geführt wird, bedeutet die Bereitstellung von Pflege „unnötige“ Kosten. Jetzt, wenn keine Hausarbeit oder Pflegearbeit erledigt würde, würden Fabriken, Krankenhäuser, Büros, Geschäfte und andere Einrichtungen aufhören zu funktionieren. Das wird nicht berücksichtigt, wenn Stadtverwaltungen über ihr Budget entscheiden. Ohne Zuschuss ist Pflegearbeit die private Pflicht der weiblichen Arbeiterinnen, nicht die Verantwortlichkeit der gesamten Gesellschaft. Frauen werden mit ihren Kindern zu Hause bleiben oder sie übertragen die Last der Kinderbetreuung den Großmüttern.
Pfleger_innen werden Hungerlöhne verdienen, und allein erziehende Eltern sowie die sich um die Behinderten und Kranken kümmern bekommen keine Unterstützung. Wir sehen, dass anstatt von Entwicklung Armut erzeugt wird. Staatspolitik und Stadtetats können nicht der Organisation von Sportereignissen unterworfen werden. Unsere Gemeinden müssen so organisiert werden, dass die Bedürfnisse nach Bildung und Pflege zuerst erfüllt werden. So können wir die Lebensbedingungen von allen verbessern. Deswegen fordern wir, dass diese Bereiche zu einer politischen Priorität werden und nicht zu einer sklavischen Pflicht der Frauen.

Unsere täglichen gemeinsamen Bedürfnisse können erfüllt wurden wen die politischen Prioritäten geändert werden. Wir brauchen günstige kommunale Wohnungen und gleichen Zugang zu freier Bildung. Wir brauchen kostenlose Kindertagesstätten und Kindergärten, Pflege für die Älteren, gut arbeitende Kulturzentren, gute und zugängliche Gesundheitspflege, günstigen und effizienten öffentlichen Verkehr. Der neoliberale Staat oder die „Stadtfirma“ zerstören die Rechte der Bürger sowie die Lebensbasis und eine dauerhafte lokale Wirtschaft weil das überträgt Profite in die Finanzmärkte.. Jene die mit den Schulden der Städte Geld verdienen sind wenige privilegierte Gruppen von Entscheidungsträgern und Banken.

Wir wollen uns zurücknehmen, was uns weggenommen wurde. Wir wollen Entscheidungen über unser Leben treffen. Der offizielle Euro2012-Slogan ist „Creating history together“ (Gemeinsam Geschichte schreiben). Lasst uns gemeinsam Geschichte schreiben, aber ohne die politischen und wirtschaftlichen Eliten, die uns ausbeuten! Wir brauchen sie nicht. Lasst uns ohne sie organisieren nach unseren Bedürfnissen.

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3 responses to “Stanowisko (de)

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